Explosionsschutz

Brennbare Stäube und explosionsfähige Dämpfe erkennen

Nicht jeder Staub und nicht jeder Dampf ist gleich gefährlich, doch viele alltägliche Materialien in Industrie und Handwerk können unter bestimmten Bedingungen explosionsfähig werden. Diese Seite erklärt, wie explosionsfähige Atmosphären entstehen, welche Stoffe besonders relevant sind und worauf Betriebe bei der eigenen Einschätzung achten sollten.

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Wie aus Staub oder Dampf eine explosionsfähige Atmosphäre wird

Damit eine Staubexplosion entstehen kann, müssen mehrere Bedingungen gleichzeitig zusammenkommen: ein brennbarer Stoff in ausreichend feiner Verteilung, eine bestimmte Mindestkonzentration in der Luft, ausreichend Sauerstoff sowie eine Zündquelle wie ein Funke oder eine heiße Oberfläche. Bei Stäuben spielt dabei die Partikelgröße eine entscheidende Rolle, denn üblicherweise können nur Partikel unterhalb von etwa 0,5 Millimetern überhaupt eine explosionsfähige Wolke bilden. Eine ruhende Staubschicht auf einem Regal ist also für sich genommen noch nicht explosionsfähig, wird aber gefährlich, sobald sie aufgewirbelt wird, etwa durch einen Luftstoß oder eine erste, kleinere Verpuffung.

Bei Gasen und Dämpfen entfällt dieser Aufwirbelungs-Schritt, denn sie liegen bereits gasförmig vor und können sich direkt mit der Umgebungsluft vermischen, sobald sie in einer bestimmten Konzentration zwischen der unteren und oberen Explosionsgrenze auftreten. Genau deshalb gelten für Gase und Dämpfe eigene Ex-Zonen, wie sie auch unseren ATEX-Absauganlagen zugrunde liegen, während für Stäube eine separate Zonensystematik existiert, die sich an Häufigkeit und Dauer des Auftretens orientiert.

Besonders tückisch ist bei Staubexplosionen die sogenannte Sekundärexplosion, denn eine erste, kleinere Explosion kann durch die entstehende Druckwelle weitere Staubablagerungen im Raum aufwirbeln und so eine deutlich stärkere Folgeexplosion auslösen. Aus diesem Grund ist ist die regelmäßige Beseitigung von Staubablagerungen mit einem geeigneten ATEX-Industriesauger ein zentraler Baustein jedes Explosionsschutzkonzepts, nicht nur die Absaugung am unmittelbaren Entstehungsort.

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Wie der KSt-Wert die Gefährlichkeit eines Staubes einordnet

Um die Heftigkeit einer möglichen Staubexplosion einzuschätzen, wird der sogenannte KSt-Wert herangezogen, der den maximalen Druckanstieg bei einer Explosion in einem genormten Prüfbehälter beschreibt. Anhand dieses Werts werden Stäube in vier Klassen eingeteilt: St 0 umfasst nicht explosionsfähige Stäube wie reinen Quarzstaub. St 1 steht für eine schwache bis moderate Explosionsfähigkeit, wie sie etwa bei Holzstaub, Zucker oder Mehl auftritt. St 2 beschreibt eine mittlere Explosionsfähigkeit, etwa bei Zellulose- oder feinem Holzmehlstaub. St 3 schließlich steht für hochgefährliche Stäube mit besonders intensivem Druckanstieg, wie sie bei bestimmten Metallstäuben, etwa Aluminium oder Magnesium, auftreten können.

Je höher die Klasse, desto umfangreicher fallen in der Regel auch die erforderlichen Schutzmaßnahmen aus, von einfacher Druckentlastung bei St 1 bis zu komplexeren Schutzsystemen bei St 3. Unabhängig von der Klasse gilt dabei: Eine zuverlässige Erfassung mit einer passenden ATEX-Absauganlage senkt die Staubkonzentration in der Luft und reduziert damit das Explosionsrisiko bereits an der Quelle.

Wo brennbare Stäube und explosionsfähige Dämpfe typischerweise auftreten

In der Lebensmittelindustrie können Mehl-, Zucker- und Kakaostaub explosionsfähige Atmosphären bilden, weshalb Mühlen und Verarbeitungsbetriebe besonders sensibel für dieses Thema sein sollten. In der Holzverarbeitung ist feiner Holzstaub, insbesondere in geschlossenen Räumen und bei der Reinigung mit einem ATEX-Industriesauger, ein relevantes Risiko. In der Metallverarbeitung zählen Aluminium- und Magnesiumstäube zu den besonders reaktionsfreudigen Materialien, während in der Lackier- und Beschichtungsbranche vor allem lösemittelhaltige Dämpfe und Farbnebel im Fokus stehen. Auch in der chemischen und pharmazeutischen Industrie treten bei der Verarbeitung von Pulvern und Kunststoffen regelmäßig relevante Stäube auf.

Lebensmittel­industrie

Mehl-, Zucker-, Kakaostaub

Holz­verarbeitung

feiner Holz- und Sägestaub

Metall­verarbeitung

Aluminium, Magnesium

Lackier­branche

Lösemitteldämpfe, Farbnebel

Chemie und Pharma

Pulver, Kunststoffstäube

Wer beurteilt, welche Stoffe in Ihrem Betrieb relevant sind

Ob und welche Ihrer Materialien tatsächlich als brennbarer Staub oder explosionsfähiger Dampf im Sinne der ATEX-Richtlinien gelten, welche Staubexplosionsklasse zutrifft und welche Ex-Zone daraus resultiert, kann WATRON nicht für Sie beurteilen. Diese fachliche Einschätzung erfolgt im Rahmen einer betrieblichen Gefährdungsbeurteilung nach TRGS 720 bis 722 und wird üblicherweise durch sicherheitstechnische Kenngrößen wie den KSt-Wert untermauert, die für viele Materialien bereits in Fachdatenbanken wie der GESTIS-STAUB-Ex-Datenbank hinterlegt sind.

Sobald Sie wissen, welche Stoffe und Zonen bei Ihnen relevant sind, beraten wir Sie zur passenden Absaugtechnik. Sollte Ihnen die eigene Einschätzung schwerfallen, empfehlen wir die Einbindung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit oder eines spezialisierten Explosionsschutz-Beraters.

Häufige Fragen
zu ATEX-Absauganlagen und ATEX-Industriesaugern

Ab welcher Partikelgröße kann Staub überhaupt explosionsfähig werden?

Was ist der Unterschied zwischen einer Staubexplosion und einer Sekundärexplosion?

Was bedeutet der KSt-Wert konkret?

Ist jeder Holzstaub gleich gefährlich?

Welche Absaugtechnik eignet sich für brennbare Stäube und Dämpfe?

Wie können wir helfen?